Management von Testdaten in komplexen Lasttestszenarien

Der HPE Virtual Table Server unter der Lupe

von Matthias Scholze | QMETHODS | 17. April 2015
 

Was ist der HPE Virtual Table Server?

Der HPE Virtual Table Server (HPE VTS) ist eine neue Softwarekomponente des HPE LoadRunner seit der Version 11.52. Diese stellt den virtuellen Benutzern eines Lasttests (VUser) ein zentrales Repository für die Ablage und den Zugriff auf Testdaten zur Verfügung. Die Daten sind in Tabellen mit Spalten und Zeilen organisiert. Im Gegensatz zur herkömmlichen Funktion für die Script-Parametrisierung ist so ein Zugriff auf die gleichen Daten aus unterschiedlichen Scripten möglich. So lassen sich beispielsweise Daten zwischen zwei verscripteten Geschäftsprozessen austauschen. Aus dem Script lassen sich Daten anlegen, ändern und löschen (siehe Abbildung 2). Folgende Abbildung verdeutlicht das Zusammenspiel des HPE VTS mit dem HPE LoadRunner:
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Abbildung 1: Grundaufbau des Virtual Table Servers

 

Arbeiten mit dem HPE Virtual Table Server

Der HPE Virtual Table Server ist eine eigenständige Server-Komponente auf Basis node.js. Diese kann als Windows-Dienst ausgeführt werden. Der Zugang erfolgt über eine Web-Benutzerschnittstelle. Diese unterstützt die Browser IE, Chrome und Firefox. Die Daten einer Tabelle werden in einer lokalen NoSQL-Datenbank gespeichert. Die Datenmenge wird somit durch die Kapazität des Festplattenspeichers begrenzt.
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Abbildung 2: Benutzeroberfläche für das Bearbeiten einer virtuellen Tabelle

Für jede benötigte Tabelle ist eine sogenannte Instanz anzulegen. Diese ist über einen separaten Port ansprechbar. Der Zugriff kann über die Benutzeroberfläche der Instanz aktiviert bzw. deaktiviert werden.
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Abbildung 3: Verwaltung von Instanzen virtueller Tabellen

Für die Befüllung der virtuellen Tabellen steht ein Datenimport auf Basis von SQL-Datenbankabfragen und CSV-Dateien zur Verfügung. Somit lassen sich Testdaten für entsprechende Testszenarien zeitnah herstellen.
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Abbildung 4: Import von externen Daten in die virtuelle Tabelle

 

Zugriff auf die Testdaten aus einem HPE LoadRunner Script

Der Zugriff auf die Daten erfolgt aus dem HPE LoadRunner Script über eine eigene Schnittstelle (API). Aktuell wird das TruClient Protokoll sowie alle auf der Sprache C basierende Protokolle des HPE LoadRunners unterstützt. Folgendes Beispiel verdeutlicht die Integration des HPE VTS in HPE LoadRunner Scripte:
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Abbildung 5: Verbindung zum Virtual Table Server aufbauen

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Abbildung 6: Testdatensatz vom Virtual Table Server laden

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Abbildung 7: Verbindung zum Virtual Table Server beenden

 

Fazit

Mit dem Virtual Table Server stellt HPE einen sinnvollen ersten Ansatz für das zentrale Management von Testdaten zur Verfügung. Somit lassen sich nun ohne aufwändige Eigenimplementierungen Testdaten zwischen verscripteten Geschäftsprozessen austauschen. Das zentrale Repository ermöglicht auch eine stärkere Entkopplung zwischen Testscripten und Testdaten, was gerade in größeren Testteams vorteilhaft sein kann.
Wünschenswert wäre, wenn ich den Virtual Table Server auch aus den automatisierten GUI/API-Testfällen des HPE Unified Functional Tester (UFT) ansprechen könnte. Auf Grund der gewählten Systemarchitektur und Technologie sollte eine solche Integration in Form einer entsprechenden Bibliothek leicht umsetzbar sein. Lassen wir uns überraschen, wie sich der HPE VTS in den nächsten Versionen entwickelt.
 HPE Virtual Table Server (Produktseite)